Männer- und Frauenchor 1859 Minfeld
Vereinsausflug 2007
4 - Tage - Busreise an den Gardasee vom 04. bis 07. Mai 2007
Planmäßig um 6:00 Uhr in der Frühe starteten wir im komfortablen 4* - Bus Richtung Süden.
Nach einer ausgiebigen Frühstückspause kurz vor der Schweizer Grenze ging die Fahrt an Luzern und am Vierwaldstätter See vorbei Richtung Gotthardtunnel.
Nach einer weiteren Rast, vorbei an Bellinzona, Lugano, Chiasso und Como, erreichten wir den Lago Maggiore, den mit 372 m tiefsten der oberitalienischen Seen.
Über Mailand, Bergamo und Brescia ging die Reise weiter, doch starker Regen und Stau auf der Autostrada verzögerten das Erreichen unseres Reiseziels, Torbole, am Gardasee.
Der Gardasee ist der größte See Italiens zwischen den Alpen und der Poebene; er wurde durch den Gletscher der Etsch in der vergangenen Eiszeit geformt. Entlang zweier Küstenstraßen um den See, der Gardesana Occidentale (Westufer) und der Gardesana Orientale (Ostufer), liegen viele malerische Orte mit historischem Hintergrund.
Aufgrund seiner Lage ist das Klima am Gardasee sub-mediterran. Rund um den Gardasee prägen typisch mediterrane Vegetationsformen wie Zypressen, Oleander, Zedern, Olivenbäume und auch Palmen das Erscheinungsbild.
Durch den thermischen Wind, die Ora, ist Luftbewegung fast immer garantiert, weshalb der nördliche Gardasee zwischen Torbole und Malcesine bei Surfern sehr beliebt ist.
Im 4* - Club-Hotel La Vela in Torbole bezogen wir Quartier. Der 2.200-Seelen-Ort, ehemals ein verträumtes Fischerdorf, ist heute die „Europäische Hauptstadt der Surfer“.
Während diese auf dem See mit ihren Segeln kämpfen, können Landurlauber auf Goethes Spuren wandeln, der hier 1786 weilte. Er war begeistert von dem unvergleichbaren Schauspiel, das die Natur sich hier einfallen ließ: dem azurblauen See, umrahmt von majestätischen Felswänden und einer vielfältigen Vegetation. Eine Gedenktafel im malerischen alten Teil des Ortes erinnert daran, dass Goethe hier seine „Iphigenie auf Taurus“ umarbeitete.
Am 2. Reisetag stand ein Tagesausflug nach Verona und Sirmione mit Stadtführung in Verona auf dem Programm.
Am Ostufer des Gardasees entlang ging die Fahrt Richtung Süden in die Hauptstadt der Provinz Verona.
Die Metropole am Ende des wichtigsten Alpenübergangs nach Italien blickt auf mehr als Zweitausend Jahre Geschichte zurück; die Römer führten hier ihre drei wichtigsten Handelsstraßen zusammen.
Erst zu Beginn des 12.Jahrhunderts wurde Verona selbständig und besaß eigene Stadtrechte. Im späten Mittelalter herrschte hier die Familie „della Scala“ (die Scaliger), durch deren Herrschaft Verona eine Blütezeit erlebte, im Negativen wie im Positiven: Das imposante Veroneser Schloss Castelvecchio entstand nur, weil die „della Scala“ von ihren Untertanen so sehr gehasst wurden, dass sie sich hinter hohen Festungsmauern verbergen mussten.
Unsere Stadtführerin brachte uns zu vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt, und wir lernten eine Menge über deren Geschichte, Kunst und Kultur.
Verona ist vor allem durch die Arena di Verona, ein römisches Amphitheater, bekannt; im Sommer finden hier die berühmten Opernfestspiele statt, die Besucher aus aller Welt anlocken.
Auf der Piazza Bra, die die Arena umgibt, lädt der breite Bürgersteig mit unzähligen Restaurants, Cafe`s und Bars zum Verweilen ein, was wir auch bei dem guten Wetter nutzten.
Zum Balkon der Julia, der nur zu touristischen Zwecken in einem ausdrucksvollen Hinterhof eingebaut wurde, pilgern Millionen begeisterter Besucher wie zu einer Reliquie. Das Berühren der rechten Brust der Bonzefigur der Julia soll, so die Überlieferung, Liebesglück bringen.
Die Piazza delle Erbe, ein malerischer Platz, der früher Kräuter- und Gemüsemarkt war und heute als Marktplatz genutzt wird, war von vielen Menschen bevölkert, die das riesige Warenangebot begutachteten.
Das Kloster Santuario della Madonna di Lourdes hoch über der Stadt war unser nächstes Ziel; das Panorama von Verona ist beeindruckend von hier oben, doch wegen des einsetzenden Regens konnten nur wenige Unverdrossene mit Regenschirm diese Aussicht genießen.
Weiter ging die Fahrt zu der am Südufer des Gardasees 4 km in den See hineinragenden Halbinsel Sirmione.
Zur Römerzeit war die Halbinsel ein Ferienort höhergestellter Familien. Von den in dieser Zeit entstandenen drei Villen sind heute nur die „Grotten des Catull“ erhalten, eine bedeutende archäologische Fundstelle.
Unter den Scaligern und während der Herrschaft der Venezianer wurden die römischen Befestigungsanlagen um- und ausgebaut.
Die Scaligerburg mit einem großen Hafenbecken und einer Ringmauer schließt das Städtchen vom Festland ab. Im 13. Jahrhundert vom Stadtherrn von Verona, Mastino I. della Scala erbaut, diente sie vorrangig zur Verteidigung und Machtdemonstration der Scaliger, und sie prägt heute das Stadtbild von Sirmione.
Bei einer Bootsfahrt um die Insel konnten wir an den mitten im See aufsteigenden Gasblasen den Ursprung der Thermalquelle entdecken, deren heilende Wirkung bereits die Römer kannten und nutzten.
In der Altstadt von Sirmione mit ihren engen Gassen und malerischen Plätzen findet man zahlreiche Boutiquen und Antiquitätenläden, einladende Cafe`s und Restaurants.
Nach der Rückkehr in unser Hotel erwartete uns bereits ein ausgiebiges Abendessen; die Hotelbar war danach Treffpunkt für den Ausklang eines schönen Tages.
Am Sonntag starteten wir bei schönem Wetter zu einem weiteren Tagesausflug, der uns zunächst nach Malcesine, der „Perle des Gardasees“, führte. Auf einem Felsvorsprung direkt am Ufer des Sees steht weithin sichtbar, quasi als Wahrzeichen des Städtchens, die Scaligerburg.
Sehenswert ist der „Palazzo die Capitani“ aus dem 15. Jahrhundert; von dort aus erstreckt sich zum See hin ein Palmengarten mit einer Anlegestelle, über den der „Capitano“ zu jener Zeit sein Haus erreichen konnte.
Von Malcesine aus führt eine Gondelbahn auf den Monte Baldo und überwindet dabei einen Höhenunterschied von ca. 1650 m.
Die Altstadt von Malcesine mit ihren vielen engen Gassen, durch die sich in den Sommermonaten tausende Besucher drängen, faszinierte auch Goethe, der während seiner berühmten „Italienreise“ im Jahr 1786 hier Station machte; eine Büste in der Burg erinnert an seinen Besuch.
Mit Blick auf den Gardasee bei herrlichem Sonnenschein schmeckte der Cappuccino köstlich, bevor wir zur Schiffsfahrt über den See nach Limone aufbrachen.
Der Name Limone leitet sich übrigens, wie oft angenommen, nicht von den umliegenden Zitronenhainen ab, sondern vom lateinischen Wort limes (Grenze), denn einst endete in Limone die Republik Venedig.
Limone hat zwei kleine Häfen und eine verwinkelte, bezaubernde Altstadt, in der kein Autoverkehr möglich ist.
Wir stiegen auf zur Kirche San Rocco aus dem 16. Jahrhundert; von hier aus hat man einen wundervollen Blick sowohl über den Gardasee, als auch über Limone selbst. …Und hier war auch der richtige Ort zum Singen: Unser Männerchor intonierte auf Italienisch; zahlreiche Urlaubsgäste innerhalb und außerhalb der Kirche waren davon sehr angetan….
Die romantische Altstadt mit ihren kleinen verwinkelten Gassen und den beiden kleinen Häfen Porto Vecchio und Porto Nuovo lud auch hier zum Verweilen ein.
Nach dem Zwischenstopp in Limone brachte uns eine Fähre zu unserem nächsten Ziel, Riva del Garda am Nordende des Sees.
Riva ist zugleich Hauptort und Verwaltungszentrum des nördlichen Seeteils. Das historische Stadtzentrum ist weitgehend erhalten; im alten Stadtteil mit Palästen, Laubengängen und schmalen Gässchen drängt sich ein buntes Geschäft an das andere.
Charakteristisches Glanzstück ist der Hafen. Der Uhrturm, das Wahrzeichen von Riva, stammt aus 1220 und hat wahrscheinlich als Burgfried der ersten Festung gedient. Riva vermittelt heute noch den Hauch jener Zeit, als es Künstler ins Sehnsuchtsland Italien zog.
Die Rocca di Riva, eine Stadtburg aus dem 12. Jahrhundert, die ganz von Wasser umgeben ist, beherbergt heute das städtische Museum, in dem u. a. Gemälde und archäologische Funde ausgestellt sind.
Wir haben den Streifzug durch Riva sehr genossen, zumal ausreichend Zeit blieb, um sich an Eis, Cappuccino, Latte Macchiato oder anderen erfrischenden Köstlichkeiten zu laben, bevor unser Bus zur kurzen Rückfahrt ins Hotel nach Torbole bereitstand.
Die Dauer bis zum Abendessen kam uns gelegen, um vom Gardasee Abschied zu nehmen, entspannt durch den kleinen Ort oder entlang des Nordufers zu bummeln, wo die Surfer bald wieder mit ihren Segeln gegen die Ora ankämpfen werden….
…Und schließlich mussten leider die Koffer für die Heimreise gepackt werden…
Ein besonders herzliches Dankeschön an Richard Geiler für die hervorragende Planung und Organisation dieser Reise; ebenso ein herzlicher Dank an alle, die bei der Vorbereitung und Durchführung unseres Ausflugs so engagiert mitgewirkt haben.
Apropos Sängerausflug:
Fröhlicher Gesang war auch im Bus zu hören....
Mai 2007 - WH/MHE -




