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Jahresausflug des Männer- und Frauenchors 2006

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Tags: Männer Frauenchor | Vereine

Logo Männer- und Frauenchor Minfeld Männer- und Frauenchor 1859 Minfeld

Vereinsausflug am 02. September 2006

In diesem Jahr führte unser Ausflug in die Gegend um den Kaiserstuhl/Südbaden.

Unser erstes Etappenziel war Breisach inmitten der Burgunder-Oasen Kaiserstuhl und Tuniberg.

Der Kaiserstuhl als vulkanisch entstandener Gebirgsstock bietet ideale klimatische und geologische Bedingungen für Weinreben. Der Kaiserstuhl ist das wärmste und sonnenreichste Gebiet, nicht nur in Baden, sondern in ganz Deutschland. Als ehemaliges römisches Siedlungsgebiet wurde der Weinbau von den Römern kultiviert.

Ein ganz besonderes Kleinod grüßt im Südwesten des Kaiserstuhls schon von Ferne - das Breisacher Münster, hoch auf dem Münsterberg gelegen und die Häuser der Altstadt und die Rheinebene überragend.

Vor dem Aufstieg zum Münster stiegen wir jedoch zunächst hinab: In die mittelalterlichen Gewölbe der Geldermann Privatsektkellerei.

Hier widmet man sich seit 1838 der Aufgabe, unser Land um ein Stück französische Lebensart zu bereichern - nicht indem sie importiert wird, sondern mit größter Sorgfalt und entsprechendem Aufwand selbst hergestellt wird: Die hohe Kunst der traditionellen Flaschengärung wird in dem traditionsreichen Sekthaus noch heute gepflegt. Ein Geldermann reift Jahre auf edelster Hefe, bevor er gerüttelt und degorgiert wird. Das ist kostspielig, doch das Besondere war schon immer etwas teurer......

Den feinperligen Mousseaux und die vielfältigen Aromen aus dem umfangreichen Sortiment genossen wir bei der abschließenden Sektprobe. Doch wie viele von uns sind nun nach dem Genuss des „Besonderen" für das „Einfache" verloren?.......

Das Breisacher Sankt Stephansmünster birgt zahlreiche Schätze, deren Genuss man sich nicht entgehen lassen sollte. Romanische und gotische Elemente prägen das Münster, das wohl im ausgehenden 12. Jahrhundert begonnen und im späten 15. Jahrhundert vollendet wurde.

Der Chor beherbergt einen der schönsten Schnitzaltäre Deutschlands; der Hochaltar wurde in den Jahren 1523 bis 1526 vom Meister H. L. (Hans Loi) geschaffen. Zu den reichen Kunstschätzen im Innern des Münsters zählt auch das Jüngste Gericht von Martin Schongauer, der fast 3 Jahre lang bis zu seinem Tod 1491 an diesem Meisterwerk der Wandmalerei arbeitete.

Zu den weiteren Schätzen des Breisacher Münsters zählt der silberne Reliquienschrein der beiden Stadtpatrone, 1496 vom Straßburger Goldschmied Peter Berlin aus Wimpfen vollendet.

Weitere Kostbarkeiten sind u. a. die reich verzierte Renaissancekanzel sowie das Sakramentshaus -eine Steinmetzarbeit aus der Zeit um 1520-, die Heilig-Grab-Nische von 1517 und eine eindrucksvolle Kreuzigungsgruppe, Ende des 15. Jahrhunderts auf Lindenholz geschaffen.

Unser zweites Etappenziel war die Stadt Endingen am Nordrand des Weinbaugebietes Kaiserstuhl.

In zwei Gruppen aufgeteilt, war nun Stadtführung und Käserei-Museum angesagt.

Endingen ist eine alemannische Siedlung wahrscheinlich aus dem 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. und wurde 862 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ursprünglich waren es drei Siedlungsanlagen: Östlich der Karolingerbesitz mit der St. Peterskirche und Fronhof, der später an das Kloster Andlau im Elsass überging; dem höher gelegenen südlichen Teil, Ober-Endingen mit der St. Martinskirche, Lehen des Klosters Einsiedeln in der Schweiz und dem nordwärts gelegenen Niederdorf.

Ein Geschlecht der Herren von Endingen hatte das Vogt- und Schultheißenamt; ihr Sitz war die Koliburg oberhalb der Stadt. 1321 wurde diese von den Herren von Üsenberg - mit Unterstützung der Endinger Bürger - zerstört. Die Üsenberger gaben um 1290 Endingen das Stadtrecht und hatten das Vogt- und Schultheißenamt inne, bis 1379 ihr Stamm ausgestorben war und Endingen vorderösterreichisch wurde. Von 1415 - 1428 war es Freie Reichsstadt. 1806 kam Endingen zum Großherzogtum Baden.

Das heimelige Bild von idyllischem Gepräge ist Endingen erhalten geblieben; es fügt sich beglückend ein in die fruchtbare Landschaft von Äckern, Reben und Wäldern des aus der Rheinebene herausragenden Kaiserstuhls.

100 Jahre Geschichte einer Käserei erlebten wir im Zeitraffer im Museum der Käserei Risch:

Die "Alemannische Käseküche" ist hier zeitgeschichtlich mit noch vorhandenen Geräten der Käserei Risch und Exponaten aus dem 19. Jh. bis Mitte 20. Jh. aufgebaut und entsprechend beschriftet. Man kann sich so unschwer in die Abläufe der handwerklichen Käseherstellung unserer Vorfahren zurückversetzen. Zu jeder Käsesorte findet man die komplette, funktionsfähige Gerätevielfalt, mit der die schon fast vergessenen alemannischen Grundkäsesorten hergestellt werden.

Wer die alemannische Käseküche besucht hat, weiß, wie ein Käse sein muss, der gut ist: Wir hatten ausreichend Gelegenheit, vier Käsesorten mit gutem Bauernbrot und Wein zu verkosten.

Gestärkt und gesättigt traten wir die Rückfahrt an nach Haueneberstein ins Gasthaus Hirsch, um in angenehmem Rahmen bei Speis und Trank den Tag ausklingen zu lassen.

Alles in allem ein gelungener Tag, bei dem auch das Wetter sich von seiner angenehmen Seite zeigte.

Ein herzliches „Dankeschön" an alle, die bei der Vorbereitung und Durchführung unseres Ausflugs so engagiert mitgewirkt haben.

Apropos Sängerausflug:

Kein fröhlicher Gesang, keine einzige Melodie war zu hören....

Das muss noch geübt werden...

Zur Bildergalerie.

September 2006 - W. Hefft -

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 14. Juli 2010 um 15:35 Uhr